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Projekt DECIDoc:
Europäische Zertifizierung für Informationsfachleute

Das DECIDoc-Projekt

1997 hat ECIA (European Council of Information Associations), ein Zusammenschluß berufsständischer Vereinigungen im Bereich Bibliothek, Dokumentation und Information aus neun EU-Ländern, das Projekt DECIDoc (Développer les EuroCompétences pour l'Information et Documentation) initiiert.

Neben den ECIA-Mitgliedern Belgien, Finnland, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Portugal, Schweden und Spanien beteiligen sich mittlerweile auch die Berufsverbände aus der Schweiz, Rumänien und der Tschechischen Republik an der Durchführung.

Ziel des Projektes, das von der Europäischen Kommission im Rahmen des Programms Leonardo da Vinci finanziell gefördert wird, ist, Qualifikationsniveaus und Ausbildungsabschlüsse für Informationsfachleute grenzüberschreitend in ganz Europa vergleichbar zu machen, um die Beschäftigung im europäischen Ausland durch eine Zertifizierung nach gleichen Kriterien zu erleichtern.

Projektpartner

Das Zertifizierungshandbuch

Als gemeinsam erarbeitetes Ergebnis liegt das "Europäische Zertifizierungshandbuch für den Bereich Information und Dokumentation (IuD)" vor. Es dient nicht der Beschreibung von Berufsbildern und Tätigkeitsbereichen der Informationsbranche, sondern charakterisiert das Kompetenzprofil von Informationsfachleuten im weitesten Sinne. Das Handbuch enthält kumuliert die Kenntnisse und Fertigkeiten, die die Autoren als essentiell für die Ausübung eines Berufes im Informations- und Dokumentationsbereich ansahen. So wurden nicht nur klassische Anforderungen konventioneller Informationsberufe (Bibliothekar, Dokumentar, Archivar) darin aufgenommen sondern auch jene Kompetenzen, die neuere Berufe wie Informationsvermittler, Datenbankproduzenten, Wissensmanager etc. benötigen.

Somit kann das Handbuch insbesondere folgenden Personengruppen von Nutzen sein:

  • dem aktiv Professionellen, um seine an ihn gestellten Anforderungen in einer derzeitigen oder zukünftigen Beschäftigung einschätzen und messen zu können
  • dem zukünftig im Beruf Arbeitenden, damit er weiß, worauf er sich vorzubereiten hat
  • dem Ausbildenden für die Bestimmung seiner pädagogischen Zielsetzung
  • dem Arbeitgeber, um das Profil eines Kandidaten mit den allgemein an ihn zu stellenden Anforderungen abgleichen zu können

Das Handbuch kann bei der DGI mail@dgi-info.de bestellt werden. Für Mitglieder der DGI ist die elektronische Version kostenfrei.

Das DECIDoc Projekt in Deutschland

Es sollten in den einzelnen Ländern Verfahren entwickelt werden, die Ablauf- und Organisationsmodelle sowie Bewertungsverfahren beinhalten, um Informationsfachleute in den verschiedenen Ländern auf der Basis eines einheitlichen Handbuchs zu zertifizieren. Ferner sollten Vorschläge für Fernstudien erarbeitet werden, so dass sich potentielle Kandidaten auf die Zertifizierung vorzubereiten können.

Die ersten zwei Phasen des im Juni 1997 begonnenen Projekts waren mit Ablauf des Jahres 1999 beendet. Nachdem im ersten Jahr neben vielfältigen Koordinierungsaufgaben die Grundversion des 'Europäischen Zertifizierungshandbuch für den Bereich Information und Dokumentation (IuD)' zur Zertifizierung von Informationsfachleuten erstellt wurde, wurde ab Juni 1999 das Handbuch in Deutschland überarbeitet.

In Deutschland arbeitete die DGI unter der Projektleitung von Frau Dr. Sabine Graumann zu diesem Zweck mit dem Lehrstuhl für Informationswissenschaft an der Universität Konstanz zusammen, um die Arbeit voranzutreiben. Im Juli 1999 wurde eine Kerngruppe gebildet, die sowohl bei der Überarbeitung des Handbuches, als auch bei den Testzertifizierungen maßgeblich beteiligt war. Auf dieser Grundlage wurden im Herbst 1999 zwei Testzertifizierungen durchgeführt.

Seit Herbst 2001 werden regelmäßig Zertifizierungen durch die DGI und der von ihr eingesetzten Zertifizierungskommission durchgeführt.

Weitere Informationen zum Projekt DECIDoc in Information, Wissenschaft & Praxis, 51,3,147-156.

Aktuelle Informationen

Nachfolgeprojekt CERTIDoc

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